Global-Info Frauenhaus

Allgemein:
Jede siebte Frau im Alter bis zu 59 Jahren wird einmal Opfer einer Vergewaltigung oder sexuellen Nötigung. Von Gewalt betroffene Frauen, die häufig nach jahrelangen Demütigungen und Misshandlungen fliehen wollen, finden eine vorübergehende Zuflucht in einem Frauenhaus.
Dort soll ihnen ihr Selbstwertgefühl zurückgegeben werden, sie erhalten jegliche Unterstützung und Beratung.

Der Weg in ein Frauenhaus bedeutet oft die Rettung:
In fast jeder Stadt gibt es Frauenhäuser. Du kannst sie telefonisch erreichen. Die Mitarbeiterin vom Frauenhaus verabredet sich mit Dir an einem mit Dir vereinbarten Treffpunkt, denn die Anschrift des Hauses wird zum Schutz der Bewohnerinnen nicht bekanntgegeben.

Die Unterbringung geschieht schnell und unkompliziert.
Das Frauenhaus bietet Dir (und Deinen Kindern) Schutz und Unterkunft, bietet Dir Beratung und Hilfe an.
Alles, worüber Du mit den Mitarbeiterinnen sprichst, bleibt anonym. Die Beratung ist für Dich kostenlos und unabhängig von Deiner Konfession und Nationalität.
Du gestaltest selbst, was den Tagesablauf, die Haushaltsführung, das Kochen und die Erziehung der eigenen Kinder betrifft.
Hast Du kein eigenes Einkommen hast Du Anspruch auf Sozialhilfe, ALGII etc. Du kannst das Frauenhaus natürlich jederzeit wieder verlassen.

Wenn Su es schaffst, bringst Du bitte für Dich und für evtl. Kinder folgende Unterlagen mit:
- Heiratsurkunde
- Ausweis und/oder Pass
- Aufenthaltsbescheinigungen
- Krankenkassenchipkarte(n)
- Lohnsteuerkarte
- Sparbücher - Geld
- Geburtsurkunden
- Zeugnisse
- Arbeitsgenehmigungen (bei Ausländerinnen)
- Schulsachen der Kinder
- Führerschein
- Sozialhilfeunterlagen

Unter Umständen könnten für Dich wichtig werden:
- Lohnzettel vom Mann
- Lebensversicherungs- und Bausparunterlagen

Rund 45.000 Frauen suchen jedes Jahr Schutz vor Streit, Gewalt und Missbrauch durch Männer.
Jede 3. verlässt die Einrichtung bereits nach einer Woche wieder. Nur sehr wenige bleiben länger als ein Jahr.
Der Anteil der ausländischen Frauen wächst, da viele deutsche Frauenopfer andere Wege finden, wie Unterschlupf bei Freundinnen oder Verwandten ehe sie ins Frauenhaus gehen.
Ausländische Frauen dagegen haben oft keinen sozialen Rückhalt oder private Netze.

Ein weiterer Grund für die wachsende Fluktuation ist die sparsame Ausstattung der Frauenhäuser. Der schnelle Wechsel der Bewohnerinnen belastet viele Frauen und Kinder, und stellt höhere Anforderungen an die Sozialarbeiterinnen.
Dazu kommen massive finanzielle Schwierigkeiten. Die meisten Einrichtungen bangen um ihre Existenz. Es gibt keine gesicherte Förderung für die Häuser.
In Schleswig- Holstein ist die Finanzierung in einem Ausgleich zwischen Ländern und Kommunen fest geregelt.
In Niedersachsen sind die Frauenhäuser seit Januar 1997 als "Institutionen" anerkannt, was bewirkt, dass unbefristete Arbeitsverträge mit den Mitarbeiterinnen abgeschlossen werden können.


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