Kinder und Misshandlung

Ein 11 jähriger Junge stach mit einem 22 cm langen Küchenmesser auf den Freund seiner Mutter ein, nachdem er durch den Streit der Eltern aus dem Schlaf gerissen und Zeuge wurde, wie der Mann seiner Mutter das Gesicht zerschnitt.

Der 55 jährige Mann schwebt in Lebensgefahr.
Ein Polizist sagte aus, der Junge wollte nur seiner Mutter zu Hilfe kommen. Man kann ihn nicht dafür verantwortlich machen.
Familiengewalt wird auf der ganzen Welt zu einem steigenden Problem.

Auch wenn immer mehr Aufmerksamkeit der misshandelten Frau und dem Misshandler geschenkt wird, kümmert sich fast niemand um die Kinder, die Zeugen der tagtäglichen Familiengewalt im Zuhause sind. Da die Beeinflussung von Gewalt in der Familie schreckliche Auswirkungen auf Kinder haben kann, ist es wichtig, dass sie der Hauptfocus in der Bewältigung dieses Problems werden.


Kinder und Misshandlung

Kinder, die Gewalt in der Familie miterleben, sind die erbarmungswürdigsten Opfer, da Ihre Kindheitserlebnisse ihr ganzes Leben beeinflussen werden.
Beeinflusst sind sie durch den Eindruck der ersten nicht intakten Ehe, die sie jemals sahen, die ersten Vorbilder von Ehefrau und Ehemann, Vater und Mutter.
Vati ist brutal zu Mutti, die nichts dagegen unternehmen kann. Niemand scheint sich darum zu sorgen, weder zu Hause noch in der Gesellschaft.
Offenbar ist der Alptraum als normal oder als nicht existent zu betrachten, da er weder akzeptiert oder gelindert hingestellt wird.

Das Kind, welches in solch einer Umgebung aufwächst, hat die Einstellung, dass die ganze Macht auf der Seite des Täters steht. Vielleicht ist "Falsches Tun" doch richtig!?

Studien zeigen, dass Kinder, die beobachten wie Eltern sich schlagen, als Erwachsene wahrscheinlich auch in einer ähnlichen Art mit ihren Partnern umgehen werden, im Gegensatz zu Kindern, die nie Gewalt bei ihren Eltern sahen.
Sie zeigen auch, dass Erwachsene, die als Kinder andauernd geschlagen wurden, wahrscheinlich Ihre Partner misshandeln, im Gegensatz zu denen, die nie geschlagen wurden. Studien beweisen aber nicht, dass in Familien mit Gewalt, die Zustimmung zu Gewalt gelehrt wird.

Ein Junge, der zusieht wie der Vater die Mutter misshandelt lernt, dass Gewalt ein akzeptables Verhalten und ein großer Teil in einer intimen Beziehung ist.

Ein Mädchen, welches zusieht wie die Mutter vom Vater misshandelt wird, lernt ein Opfer zu sein.
Es erkennt das Ausmaß, in dem Männer Gewalt und Drohungen benutzen, um ihre Macht und Kontrolle ausüben zu können.

Jungs und Mädchen, die mit Gewalt leben, erleiden schwere seelische Schäden.
Anstatt eine Familie zu haben, die ihnen Geborgenheit und Liebe für ihre positive Entwicklung gibt, durchleben diese Kinder, Furcht, Angst, Verwirrung, Zorn und die Zerstörung im Leben, welche die Nachwirkungen einer Gewaltepisode sind.
Psychologen betrachten dies als emotionelle Misshandlung oder seelische Grausamkeit.

Wenn Gewalt im Haus zum täglichen Leben wird, birgt das verschiedene Gefahren für Kinder.
Die misshandelte Frau kann anfangen sie zu schlagen, sie zu behandeln, wie sie von ihrem gewalttätigen Partner misshandelt wird.
Der Misshandler, der seine Frau schlägt, macht dann meist in seiner Rage auch vor den Kindern nicht halt.


Einfluss auf Kinder - Gründe

Finanzielle Abhängigkeit
Viele Frauen, die mit Gewalt leben oder mit Gewalt aufgewachsen sind, haben keine ausreichende Bildung und haben Angst "auf dem Sozialamt zu enden".

Sicherheit für die Kinder
Sie will, dass Ihre Kinder mit Vater und Mutter aufwachsen.

Treue
Sie glaubt er wäre krank und Ihre Abhängigkeit von ihm verlangt von IHR IHN zu versorgen

Verantwortung
Frauen sind sozialisiert dafür, die Verantwortung für die Beziehung zu tragen - die Familie zusammenzuhalten. Wenn dies misslingt, meint sie es wäre ihre Schuld.

Liebe
Viele Frauen sagen, dass sie Ihren Misshandler lieben und wollen ihm helfen besser zu werden.

Pflicht
In vielen Fällen besteht religiöser oder familiärer Druck die Familie zusammenzuhalten.

Schuld
Nachdem der Misshandler ihr immer wieder eingeredet hat, die Misshandlung wäre ihre Schuld, glaubt sie auch daran.

Scham, Peinlichkeit, Erniedrigung
Sie will, dass niemand erfährt, was mit ihr gemacht wird.

Identität
Viele Frauen brauchen einen Mann um sich vollkommen zu fühlen und brauchen die Beziehung um Ihre eigene Identität zu definieren.

Wenig Selbstbewusstsein
Nachdem sie in einer misshandelnden Beziehung gelebt hat, meint sie, sie könnte niemand anderen finden, sie hätte es nicht verdient geliebt zu werden und fühlt sich wertlos.

Erlernte Hilflosigkeit
Manchmal verlieren Frauen ihre Motivation etwas dagegen zu tun, da sie ihre eigene Sicherheit nicht voraussagen können. Sie glauben nicht daran, dass sie, oder andere etwas tun könnten, um ihre Situation zu verändern.
Stattdessen lernen sie damit umzugehen, die Schmerzen und die Gefahr zu minimieren und zu ertragen.

Überleben
Sie glaubt ihm, wenn er ihr sagt, er würde sie und die Kinder umbringen, wenn sie ihn verlasse.

Hoffnungslosigkeit
Sie glaubt, sie könnte nirgendwohin da ihr sowieso niemand helfen werde.


Wie helfe ich meinem Kind?

Der erste Schritt zur Hilfe, ist mit den Kindern offen darüber zu sprechen. Glaube bitte nicht, dass die Kinder davon nichts wissen. Auch wenn Du meinst, dass sie bei den meisten Vorfällen schon im Bett oder in Ihren Zimmern waren. Kinder sehen und hören alles.

Es gibt nichts Schlimmeres für ein Kind als "im Dunkeln zu tappen" und nicht zu wissen, warum der Vater der Mutter weh tut. Es entwickelt in Kindern nur eine große Verwirrung. Sprich über. . . . :

Verantwortung:
Du musst Dein Kind davon überzeugen, dass es in keinem Fall seine Schuld ist, was im Hause vorfällt.

Gefühle:
Finde Wege und Mittel, wie Dein Kind seinen Zorn in einer sicheren Umgebung abreagieren kann (Kinder müssen lernen, ihre Gefühle zu zeigen, ohne anderen dabei weh zu tun.
Z.B. "Anstatt Deine kleine Schwester an den Haaren zu ziehen wenn du zornig bist, könntest Du rausgehen und einfach deinen ganzen Zorn zur Welt hinausschreien".
Sage Deinem Kind, dass es vollkommen in Ordnung ist zu weinen. Es ist kein Zeichen der Schwäche, denn wenn man alles in sich reinstopft, explodiert man eines Tages, also ist es besser ab und an zu weinen, um das Ventil zu öffnen.

Scham und Isolation:
Kein Kind will mit jemandem über die Situation zu Hause reden. Es entwickelt Schamgefühle und isoliert sich dabei von der Umwelt.
Du musst Dein Kind zum Reden animieren, wahrscheinlich wird das mit Dir sehr schwer sein - versuche eine außenstehende Person zu finden, zu der Du Vertrauen hast.
Das könnten evtl. Freunde oder Verwandte sein, aber am besten ist ein Psychologe, der auf die Probleme Deines Kindes vollkommen eingehen kann.

Selbstwertgefühl:
Kinder, die mit Gewalt aufwachsen, haben keine positive Einstellung zu sich selbst. Hilf Deinem Kind diese zu finden. Lobe Dein Kind jedes Mal, wenn es etwas gut gemacht hat, sag ihm wie lieb Du es hast. Wenn es etwas falsch macht, verliere nicht den Kopf und schreie es an, sondern sage es ihm in einem ruhigen Ton.
Finde zusammen mit Deinem Kind eine Lösung es anders zu machen.
Je mehr Du mit Deinem Kind sprichst, desto wichtiger fühlt es sich (siehe Tabelle: Wege mein Kind zu loben).

Sicherheit:
Mache einen Plan mit Deinen Kindern, was sie während eines Gewaltvorfalles zu tun haben.
Warne die Kinder davor, sich in einen Erwachsenkonflikt einzumischen (die Gefahr, dass sie dabei verletzt werden, ist definitiv nicht überschaubar).


Wege das Kind zu loben

Das hast Du aber ....toll, spitze, klasse, super, stark, geil, einwandfrei, sehr gut, gut, umwerfend, fantastisch, exzellent, großartig, wunderschön, schlau, sauber, irre, bestens.....gemacht.

Ich wusste, Du schaffst es. Sieht gut aus. Was für eine super Idee. Tolle Arbeit. Bravo. Guter Job. Extrem stark. Supertolle Leistung. Wie Du das immer nur hinbekommst. Du hast die besten Ideen. Du bist ein schlaues Köpfchen. Aus Dir wird einmal etwas ganz Besonderes. Ohne Dich hätte ich das nicht geschafft. Du bist eine große Hilfe. Wenn ich Dich nicht hätte. Mein großer/s Junge/Mädchen. Das hast Du aber schön aufgeräumt. Wow.

Du bist ein/e richtige/r kleiner....... Artist, Koch, Genie, Erfinder, Bauarbeiter, Polizist, usw.

Du bist so.....schlau, intelligent, hübsch, lieb, einfühlsam, hilfsbereit, brüderlich, schwesterlich, erwachsen.

Du siehst heute wieder.....super, hübsch, umwerfend, stark, topmodern, herausstechend, toll.....aus.

Du bist ......sehr verantwortungsvoll, ein guter Zuhörer, ein super Kumpel, die/der beste Tochter/Sohn, total lieb, mein Schatz, mein Liebling, ein Gewinner, perfekt, einzigartig, etwas Besonderes, auf dem besten Weg, wunderbar, mir so wichtig,

Ich liebe Dich, ich hab Dich lieb, Du machst meine Welt schöner, ohne Dich wäre mein Leben halb so schön, Du machst mich so glücklich, ich bin so stolz auf Dich, Du wirst langsam erwachsen,

Vergiss bitte dabei nicht den körperlichen Kontakt!
In den Arm nehmen und an sich drücken, ist manchmal mehr wert als tausend Worte.


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