Allgemeine Überlegungen

Mögliche Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen nach der Flucht

Schutz in einer neuen Wohnung:
Wechsle die Schlösser der Eingangstüren wenn Du das Gefühl hast, der Vermieter oder sonst wer könnte einen Zweitschlüssel besitzen. Misshandler kommen manchmal auf die aberwitzigsten Ideen. Falls Dein Peiniger Deinen neuen Wohnort herausbekommen haben sollte, wird er versuchen Dich und/oder Deine Kinder aufzusuchen.
Solltest Du einen neuen Telefonanschluss für Deine Wohnung benötigen, vergewissere Dich, dass Deine Telefonnummer mit Deinem Namen nicht für Anfragen und Telefonauskünfte eingetragen wird.

Informiere die Schule Deiner Kinder, die Kindertagesstätte oder den Kindergarten wer das ausschließliche Recht hat die Kinder abzuholen zu dürfen.
Im besonderen Fall informiere die nächsten Nachbarn oder auch den Hauswirt/Vermieter, dass Du von Deinem Partner aus dem gegebenen Anlass getrennt lebst und sie die Polizei rufen sollen, wenn man Deinen Partner in der Nähe Deiner Wohnung sieht. Es gibt auch couragierte Nachbarn die helfen.

Schutz mittels einer einstweiligen Verfügung oder Anordnung
Suche einen Anwalt Deines Vertrauens auf (kennst Du keinen dann wende Dich bitte an das zuständige Frauenhaus in Deiner Stadt, dort hilft man Dir weiter). Frage den Anwalt ob es eine Möglichkeit gibt mittels einer gerichtlichen Anordnung Deinem Partner zu verbieten sich Dir bis auf eine max. festgelegte Entfernung zu nähern. In vielen Ländern der Welt ist dies ein Standard und auch in Deutschland gibt es solche Möglichkeiten.
Erhältst Du diese gerichtliche Anordnung, gib Kopien davon an Freunde oder Nachbarn von denen Du weißt, dass sie im Notfall immer für Dich da sind.

Schutz an Deinem Arbeitsplatz
Überlege Dir genau wen von Deinen Arbeitskollegen Du über Deine Situation informieren willst. Manchmal macht es Sinn auch den Sicherheitsdienst in einem größeren Unternehmen hiervon zu informieren. Einige Werksgelände sind für den normalen Zutritt gesperrt. Gib den Sicherheitsbeamten eine Kopie der evtl. vorhandenen gerichtlichen Verfügung und ein Bild Deines Ex-Partners.
Solltest Du Angst haben oder auch nur das Gefühl haben, dass Dein Peiniger Dich auf Deinem Arbeitsplatz aufsuchen könnte überlege Dir Schutzmaßnahmen für den Arbeitsweg. z.B.:

- Wer kann Dich zum Bus, Zug oder Taxi begleiten?
- Kannst Du die Route des täglichen Weges in unregelmäßigen Abständen wechseln/verändern?

Allgemeines zu Deinem emotionalen Wohlbefinden
Solltest Du mit Deinem "EX"-Partner aus gegebenem Anlass ab und an sprechen müssen denke über den sichersten Weg nach dies zu tun.
Versuche positiv über Deine Handlung zu denken, sprich mit Freunden über Deine Bedürfnisse.
Lese Bücher, Gedichte, Geschichten, die Dir das Gefühl der Selbstsicherheit und der innerlichen Ausgeglichenheit wiedergeben.
Überlege mit wem Du ab und an offen und frei über Deine Situation sprechen kannst. Ein außenstehender Zuhörer hat manchmal Gedankenanstöße welche Dir weiterhelfen.
Versuche einen Frauenkreis oder eine Selbsthilfegruppe zu finden, in denen Deine Probleme besprochen und aufbereitet werden können.
Viele Informationen hierzu erhältst Du auch in dem Frauenhaus Deiner Stadt, bei den diakonischen Einrichtungen der Kirchen oder anderen sozialen Diensten.
Lerne Dich selbst besser kennen, erfahre mehr über Dich selbst.
Informiere Dich über Gewalt und Misshandlungen in Partnerschaften.

Du bist nicht allein - viele Frauen sind in der gleichen Situation.


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